Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz wird immer häufiger diagnostiziert

Die Laktoseintoleranz ist längst kein unbekanntes Phänomen mehr. Entgegneten viele Menschen bei Nennung des Begriffs Laktoseintoleranz noch vor einigen Jahren mit einem erstaunten Blick, weiß heutzutage fast jeder, worum es sich bei einer Laktoseintoleranz handelt. Die Laktoseintoleranz tritt heute nicht unbedingt häufiger auf als früher, sondern vielmehr sind sowohl die Öffentlichkeit als auch die Mediziner verstärkt dafür sensibilisiert worden. Etwa 3/4 der erwachsenen Bevölkerung weltweit leidet unter der Laktoseintoleranz, da nur die Zugehörigen mancher Völker auch im Erwachsenenalter genügend Laktase produzieren, um Laktose gänzlich zu verdauen. In Asien und Afrika ist die Laktoseintoleranz unter Erwachsenen der Normalfall (etwa 90 %), während in Westeuropa, Nordamerika und Australien lediglich 5-15 % der hellhäutigen Bevölkerung Laktose nicht verwerten können. In Deutschland sind etwa 20-25 % aller Einwohner von einer Laktoseintoleranz betroffen.

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Laktoseintoleranz – Bedeutung und Definition

Unter einer Laktoseintoleranz wird die Unverträglichkeit von Milchzucker verstanden. Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Laktoseintoleranz um eine Kohlenhydratmalabsorption. Häufig wird die Unverträglichkeit auch als Laktosemalabsorption (in der Regel ohne Symptome), Laktasemangelsyndrom, Alaktasie, Hypolaktasie und Milchzucker-Unverträglichkeit bezeichnet. Wenn jemand unter einer Laktoseintoleranz leidet, bedeutet dies, dass der Darm das Enzym Laktase, welche die Laktose spaltet, nicht oder nur in unzureichender Menge produziert. Dies hat zur Folge, dass die Laktose im Dünndarm nicht in Glukose und Galaktose aufgespalten wird, sondern ungespalten in den Dickdarm gelangt. Dort entstehen als Gärungsprodukte die Gase Methan und Wasserstoff sowie Milchsäure (Lactat), die wiederum diverse Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall, Meteorismus (aufgeblähter Bauch) etc. verursachen und noch viel weitreichendere Beschwerden wie allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Abnahme der Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Depressionen, Kopfschmerzen und Schwindel sowie auch Ausschlag hervorrufen können. Meiden die von einer Laktoseintoleranz Betroffenen Milchprodukte und laktosehaltige Lebensmittel, verspüren sie in der Regel sofort eine Linderung der Beschwerden. Nach und nach stabilisiert sich der Gesundheitszustand wieder und die Betroffenen fühlen sich weitaus besser, energievoller und haben wieder mehr Lebensfreude.

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Die Laktoseintoleranz ist KEINE Allergie

Entgegen weit verbreiteter Annahmen handelt es sich bei der Laktoseintoleranz nicht um eine Allergie, sondern um eine Lebensmittelunverträglichkeit. Während bei einer Milcheiweißallergie eine aktive Immunreaktion beim Kontakt mit Kuhmilch-Eiweiß auftritt und sämtliche Lebensmittel, welche das entsprechende Allergen enthalten, gemieden werden müssen, da es ansonsten zu einem allergischen Schock kommen kann, vertragen manche Menschen bei einer Laktoseintoleranz geringe Mengen an Milchzucker und können einige Milchprodukte beschwerdefrei essen. Wie stark die Laktoseintoleranz bei dem Einzelnen ausgeprägt ist und wie sehr jemand auf die verschiedenen Lebensmittel und Produkte reagiert, muss jeder selbst herausfinden. Generell gilt jedoch, dass zunächst einige Wochen lang eine strenge laktosefreie Diät eingehalten werden muss. Anschließend können nach und nach Milchprodukte oder andere Lebensmittel, die Laktose enthalten, ausgetestet werden, um die individuelle Verträglichkeit herauszufinden.

Laktoseintoleranz – Symptome, Diagnose, Therapie und Ernährung

Welche Symptome bei einer Laktoseintoleranz auftreten, wie die Milchzucker-Unverträglichkeit diagnostiziert wird, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und wie die alltägliche Ernährung bei Laktoseintoleranz gestaltet werden sollte, wird auf den folgenden Seiten detailliert vorgestellt:

Eine nette Übersicht zur Laktoseintoleranz, Gluten- und Fruktoseunverträglichkeit findest du auch bei dm: dm-Ernährungsberatung


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